Die Frau im Dunkeln
Margarete Beutler
Seit April 2008 bin ich unterstützend als freie Mitarbeiterin und Texterin an dem wissenschaftlichen Projekt "Die Frau im Dunkeln" an der Humboldt-Universität zu Berlin tätig. Das Vorhaben unter der Leitung von Professor Fries wird durch das "Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa" gefördert und beschäftigt sich mit dem Leben und Schaffen deutscher Autorinnen zwischen 1900 und 1933.
In der Zeitspanne von 1918 bis 1933 stieg eine Stadt wie Berlin zur internationalen Kulturkapitale auf. Während der ersten deutschen Demokratie der Weimarer Republik war diese Epoche geprägt von Gegensätzen, vom Willen zur Modernität, aber auch von der Angst vor Veränderungen. Die zerrissene Gesellschaft schwankte zwischen Staatskrise und Stabilität, politisch zwischen ultralinks und ultrarechts, zwischen kreativer Avantgarde und konservativem Establishment, zwischen Aufbruch und Resignation. Die Kultur von Weimar steht in unserem Geschichtsbewusstsein für die klassische Moderne, die das Theater, den Film, die Malerei, die Architektur und die Musik beeinflusste. Die Weimarer Moderne rief eine kulturpolitische Reaktion hervor, der es an symbolträchtigen Angriffspunkten nicht mangelte. In dieser Zeit wirkten und lebten moderne Autorinnen wie Alice Berend, Margarete Beutler, Eddy Beuth, Ruth Feiner, Marieluise Fleißer, Valeska Gert, Emmy Hennings, Mascha Kaléko, Marie Madeleine und Erika Mann, und ihre Texte spiegeln diese Epoche in all ihren Facetten wider.
Weitere wissenschaftliche Publikation in Vorbereitung: Beitrag über den Film "Carmen" von Carlos Saura unter der Leitung von Frau Professorin Inge Stephan. Voraussichtlicher Erscheinungstermin: Frühjahr 2010.