Bericht über Freiburg
"Was damals Recht war, kann heute nicht Unrecht sein" – der erste Teil dieses bekannten Satzes, den Hans Filbinger, ehemaliger Ministerpräsident von Baden-Württemberg und vormals Marinerichter des NS-Regimes, bei einem Interview äußerte, ist Titel einer Wanderausstellung, die ab dem 6. November in der Universität Freiburg gezeigt wird. Thema der Ausstellung ist die Geschichte der Militärjustiz der Nazis, die allein zwischen 1939 und 1945 über 30000 Todesurteile wegen „Wehrkraftzersetzung“ oder „Verrat“ verhängte.
Die Ausstellung, die von der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas konzipiert wurde, zeichnet erstmals ein umfassendes Bild der Willkürentscheidungen, die oft mit Argumenten wie „Aufrechterhaltung der Manneszucht“, „Volksschädling“ oder „biologisch minderwertig“ begründet wurden. Beispielhaft zeigt sie die Lebenswege von 14 Verfolgten und die Porträts von fünf Richtern. Dabei wird deutlich, dass die Richter durchaus Entscheidungsspielräume hatten und zugunsten der Angeklagten nutzen konnten. Während die Schicksale der Opfer auf einzeln stehenden Stelen erzählt werden, sind die täterbezogenen Themen auf zusammenhängenden Raumelementen dargestellt. Damit kommt zum Ausdruck, dass die Opfer dem System isoliert gegenüberstanden, die Täter sich hingegen gegenseitig schützten und stützten. Einen eigenen Schwerpunkt setzt die Ausstellung auch der Zeit nach 1945, in der die Rehabilitationsbemühungen der Opfer den nahtlos sich anschließenden Karrieren der Richter gegenübergestellt werden.
Aus Freiburg erhielten die Kuratoren Unterstützung durch Wissenschaftler der Universität, des Militärgeschichtlichen Forschungsamts der Bundeswehr sowie durch das Bundes-Militärarchiv. Die Ausstellung wird durch ein umfangreiches Begleitprogramm ergänzt.
In diesem Begleitprogramm hielt Jacqueline Roussety den Vortrag „Der Politiker Hans-Karl Filbinger und der Soldat Walter Gröger“. (HS 1098, KG I* ,Mo, 15. Dezember 20.15 Uhr)
Die Ausstellung war zwischen dem 6. November und dem 18. Dezember 2008 im Kollegiengebäude der Universität, Werthmannplatz 3, zu sehen.
Am 15.12.2009 steht Jacqueline Roussety erneut bei der Wanderausstellung in Hannover mit ihrem Vortrag „Der Politiker Hans-Karl Filbinger und der Soldat Walter Gröger“ zur Verfügung.
Jacqueline Roussety besitzt auch die Rechte ein Drehbuch/Biographischen Roman über das Leben Walter Grögers zu schreiben.